Debeka Krankenversicherung- kritisch hinterfragt

Die Debeka wird schon seit Jahren als der beste Krankenversicherer für Beamte angepriesen. Besonders beitragsstabil, kostengünstig und leistungsstark sollen die Tarife sein. Ein solides Unternehmen, was zu einem soliden Beamten passt, will man meinen.

Im Rahmen unserer Recherchen als Krankenversicherungsspezialisten stellte sich uns die Frage, wo dieser Mythos herkommt und ob dem wirklich so ist. Dabei sind wir auf ein paar interessante Fakten gestoßen, die so ganz und gar nicht zu dem allgemein verbreiteten Glauben, im Bezug auf die „beste Krankenversicherung für Beamte“ passt.

Wie hat es die Debeka geschafft, so viele Beamte zu beraten und als Kunden zu gewinnen?

Im Spiegel ist zu lesen, dass Debeka wegen Bestechung verurteilt wurde.

Was war denn da passiert? Die Debeka setzt seit Jahren Tippgeber ein, die als Beamte tätig sind. Einige Tippgeber haben Daten von Interessenten im großen Stil an die Debeka weitergegeben und im Jahr 2014 wurde die Debeka zu einer Strafzahlung von 1,3 Mio. € verurteilt. Hier geht es zum Artikel

Wenn die Debeka so mit dem Datenschutz umgeht, stellt sich die Frage, wie mit den Bestandskundendaten und vor allem mit den vertraulichen Gesundheitsdaten umgegangen wird.

Aber die Tarife sind doch bestimmt besonders gut?

Bei näherer Überprüfung des Antrages fällt auf, dass die Debeka mit einer Frage deutlich von anderen Gesellschaften abweicht. Die Debeka fragt im Rahmen der Antragsaufnahme bei Frage Nummer 6„Bestehen Krankheiten, Unfallfolgen, körperliche oder geistige Schäden, Anomalien ( wie z.B. Herzfehler, psychische Störungen, Nervenerkrankungen , Augenerkrankungen, Schädigungen des Bewegungsapparates, Stoffwechselstörungen, die zu den bisherigen Gesundheitsfragen noch nicht angegeben wurden“. Das Problem dabei ist, dass die Debeka diese Frage nicht zeitlich begrenzt.

Alle anderen Gesellschaften fragen im Rahmen der letzten 3 Jahre (ambulant) oder der letzten 5 Jahre (stationär und psych. Erkrankungen) ab.

Wo liegt jetzt das Problem: Stellen Sie sich vor, Sie beantworten diese Frage mit “Nein”, weil Sie aus Ihrer Sicht gesund sind. Nun versichern Sie sich bei der Debeka und haben in ein paar Jahren einen größeren Leistungsfall. Die Debeka hat gemäß Ihren Vertragsbedingungen das Recht, Ihre Hausärzte, Vorversicher etc. anzuschreiben. Sollte hier in den letzten Jahren (und dieser Zeitraum ist bei der Frage nicht begrenzt) irgendein Arzt eine Diagnose gestellt haben und diese in den Akten stehen, könnte die Debeka die Leistung verweigern oder schlimmstenfalls vom Ihrem Kündigungsrecht Gebrauch machen. Dazu hat sich die Debeka hier auf Ihrer Internetseite auch klar geäußert.

Um hier auf Nummer sicher zu gehen, müssten Sie in sämtliche Arztakten (bis zur Kindheit) Einsicht nehmen und schauen, dass kein Arzt Diagnosen gestellt hat, von denen Sie ggf. nichts wissen (was leider häufiger vorkommt, als man denkt).

Da man erst dann merkt wie gut die Krankenversicherung ist wenn man krank ist und seine Rechnung erstattet bekommen möchte, stellt diese Art der Antragsfrage ein unkalkulierbares Risiko für die Versicherten dar.

tarifliche Leistungen:

Vorsorgeleistungen: Bei Vorsorgeleistungen werden diese bei einem Tarif mit Selbstbeteiligung angerechnet. Gute Tarife mit Selbstbeteiligung erstatten Vorsorgeuntersuchungen und rechnen die Kosten ab, ohne dass Sie Ihren Anspruch auf Beitragsrückerstattung verlieren.

Kindernachversicherung:

Üblicherweise können neugeborene Kinder ohne gesundheitliche Prüfung nachversichert werden. Die Debeka geht hier eigene Wege. Gemäß der Vertragsbedingungen §2Abs. 2 MB/KK (PKV Musterbedingungen) haben Kinder keinen garantierten Anspruch auf Kindernachversicherung.

 Offener Hilfsmittelkatalog?

Hilfsmittel können durch medizinische Entwicklungen teuer werden. Die neuen Tarife der N-Generation erwecken den Eindruck, eines offenen Hilfsmittelkataloges. In dem Fall würden alle Weiterentwicklungen im Hilfsmittelbereich eingereicht werden können. Im Beihilfeergänzungstarif BC, welche Beihilfeberechtigte zum Haupttarif ergänzen können, findet man jedoch folgende Formulierung: “geleistet wird für beihilfefähige Hilfsmittel bis zur beihilfefähigen Höhe“. Das kann nur bedeuten, dass der Tarif B bei Hilfsmitteln weniger leistet als sogar die Beihilfe (was erst durch den Tarif BC wieder ausgeglichen wird). Beamte kommen also nur durch den Ergänzungstarif in die Nähe eines offenen Hilfsmittelkataloges, allerdings nur auf Beihilfeniveau.

Leistungen über die Gebührenordnung für Ärzte hinaus?

In der PKV rechnen die Ärzte mit der GOÄ ab. Die Höchstsätze liegen bei dem 3,5fachen Satz. Hier begrenzt die Debeka die Kostenübernahme. Gute Tarife ( z.b. die DBV) leisten über die Höchstsätze für Ärzte. Warum ist das wichtig? Stellen Sie sich vor, es wird bei Ihnen eine seltene Krankheit diagnostiziert. Sie wollen den besten Arzt konsultieren, der sich auf diesen Bereich spezialisiert hat. Leider rechnet dieser Arzt anders ab und hält sich nicht an die GOÄ. Für den Fall müssen Sie die Kosten selbst zahlen oder sich einen anderen Arzt suchen. In der PKV sollte im Krankheitsfall die Höhe der Kosten nicht der begrenzende Faktor sein. Eine Abrechnung über die GOÄ bietet hohe Flexibilität was die spätere Arzt- und Behandlungswahl angeht.

Aber die Tarife sind doch flexibel?

Viele Gesellschaften bieten Optionen an, den Tarif nach 3 oder 5 Jahren ohne Gesundheitsprüfung auf einen höherwertigeren Tarif umzustellen. Dieses Optionsrecht gibt es bei der Debeka nicht. Auch eine Verlegung des Wohnsitzes ins inner- oder außereuropäische Ausland und die Weiterversicherung im Tarif ist nicht möglich. Auch diese Option bieten andere Gesellschaften an.

Aus unserer Sicht ist die Art der Beantragung, die Art der Kundengewinnung und die Leistungseinschränkungen fragwürdig.

Leider haben oftmals die Kollegen, Bekannten und Freunde eine Meinung zu Gesellschaften. Diese Erfahrungen sind meist subjektiv geprägt. Krankenversicherungsschutz ist individuell und das was zu jemand anderen gut passt, muss für Sie nicht unbedingt die richtige Lösung sein. Wir empfehlen in jedem Fall eine detaillierte Beratung zu Ihrer Krankenversicherung.

Gern stehen wir Ihnen für Ihre Anfrage zur Verfügung. Treten Sie mit uns hier in Kontakt. Wir bieten Ihnen auch eine Onlineberatung via Skype an, und können somit  Deutschlandweit beraten. Außerdem können wir zu den Versicherungen in Ihrer Region Kontakt aufnehmen um somit beste Angebote für Sie zu vergleichen. Hier finden Sie Informationen über unsere Beratung.

 

 

 

 


 

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