Die Entstehungsgeschichte des Geldes

Wir sprechen ständig über das Thema Geld. Aber woher kommt das Geld eigentlich?

Die Entwicklung vom Naturalgeld bis zum heutigen elektronischen Geld ist eine lange Geschichte. Sie zieht sich über alle Kontinente unserer Erde und durch sämtliche Kulturkreise.

Das Naturalgeld und Nutzgeld

Die Frühformen des Geldes werden als Natural-, Waren- oder Nutzgeld bezeichnet. In frühen Kulturen der Menschheitsgeschichte waren diese Formen des Geldes weit verbreitet. So waren in Neuguinea und im Südpazifik Schmuck- und Ringgelder weit verbreitet, in Mikronesien gab es Steingeld und in China und Afrika wurde mit Muschelgeld und mit Schnecken bezahlt. Auch Ziegen, Kamele und Rinder kamen als Naturalgeld zum Einsatz. In manchen Kulturen waren auch Spaten, Dolche und Felle als Nutzgeld bekannt. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurde in Tibet noch mit Weizen und Gerste bezahlt.

Das Nutzgeld hatte einen großen Nachteil: Gegenstände, die für sich selbst sinnvoll und nützlich waren, gingen als Zahlungsmittel in den Umlauf. Dadurch kam ihr eigentlicher Nutzen nicht mehr zum Einsatz. Bald schon ging man dazu über, weniger wertvolle Nachbildungen dieser Nutzgüter herzustellen. Auf diese Weise entstand das Messergeld und das Spatengeld. Das Symbol wurde als Zahlungsmittel weitergegeben, der eigentliche nützliche Gegenstand konnte damit wieder seinen praktischen Nutzen erfüllen.

Schon in den Zeiten des Nutzgeldes wurde auch das erste Falschgeld erfunden. Schon in der Zeit von ungefähr 2000 v. Chr. wurden gefälschte Muscheln dokumentiert, die aus Jade, Gestein oder Knochen nachgeahmt wurden.

Entscheidend für die Auswahl der Geldsymbole war die Zählbarkeit, der leichte Transport und die Lagerfähigkeit der Zahlungsmittel. Ideal waren unter diesen Gesichtspunkten der Barren oder Draht aus Silber und Bronze, die einerseits als sehr werthaltig galten, aber auch gut aufzubewahren waren.

Das Münzgeld

Ungefähr in der Zeit von 1000 v. Chr. wurde im alten China bereits Geld in Gestalt von Spaten und Messern aus Bronze im Einsatz. In der Ägäis wurden zwischen 700 und 500 vor Christus erstmals Münzen in gestempelter Form hergestellt. Fast zeitgleich entstanden in Indien Münzen aus gestanzten Metallplatten und chinesische Münzen, die mit Löchern zu einem Bronzeguss zusammen aufgereiht worden waren. Die Entstehung fand zeitlich fast parallel statt, jedoch voneinander völlig unabhängig. Der Handel zwischen Indien, China und dem Ägäis-Raum hatte sich zu dieser Zeit noch nicht entwickelt.

In den griechischen Städten von Kleinasien gab es am Ende des 7. Jahrhunderts v. chr. die erste Prägung von Herrschafts-Insignien. Das erste gestempelte Geld mit behördlichen Insignien als Wort oder Bild war die Schildkrötenmünze, die zur selben Zeit auf der Insel Aegina geprägt worden war.

Münzen kamen als Silberstandards, aber auch als Kurantmünzen und Schneidemünzen zum Einsatz. An Börsenplätzen wurde auf Kurszetteln das Wertverhältnis zwischen Goldmünzen und Silbermünzen abgebildet. Goldmünzen kamen im Binnenland oft als „Sondergeld“ Währung für hochwertige Güter zum Einsatz. Phasen von stabilem Münzgeld folgten auf Phasen der sogenannten „Münzverschlechterung“ aufgrund der vereinfachten Prägung von Schneidemünzen. Aus wertvolleren Münzen mit einem hohen Metallgehalt wurden minderwertigere Münzen in größerer Zahl geprägt.

Das Papiergeld

Als Symbol für das Münzgeld wurde das Papiergeld eingeführt. Das älteste Papiergeld ist aus dem 11. Jahrhundert in China bekannt. Das Papiergeld wurde ursprünglich nicht als Ergänzung zum Münzgeld eingeführt, sondern sollte dieses ersetzen. In Europa ist die Einführung von Papiergeld erst im Jahre 1483 dokumentiert worden. In Spanien wurde das Papiergeld eingesetzt, um Fehlbestände an Münzgeld aufzufüllen. Oft endete der Druck von Papiergeld in einem Fiasko, so etwa bei der Bank von Stockholm im Jahre 1661, als zu viele Banknoten gedruckt wurden oder in Frankreich in den Jahren 1718 bis 1720. In Deutschland gab es eine erste Emittierung der preußischen und sächsischen Tresor- und Staatspapierscheine im 18. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert war die Banknote hierzulande als anerkanntes Zahlungsmittel neben der Münze etabliert.


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